Nacht der Kirchen

Gottes Freundlichkeit spüren

Dem Himmel ein Stück näher gekommen

Illuminierte Kirche innen und später auch außen, sind ein Merkmal der „Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land“, die sich in diesem Jahr sogar bis Aarbergen, Heidenrod und Taunusstein erstreckte. „Gottes Freundlichkeit mit allen Sinnen spüren und dem Himmel ein Stück näher kommen“, das konnte man bei über 100 Angeboten an 24 Orten von Niederselters bis Niederseelbach, von Waldems bis Heidenrod.

AC DC und auf 120 jährige Linde klettern

Bis tief in die Nacht kletterten vor allem jüngere Menschen die 120 jährige Linde neben der Bad Camberger Martinskirche hinauf, um dann aus ganz anderer Perspektive einen Blick auf den Turm zu bekommen. Punkt 19 Uhr läuteten die Glocken das gemeinsame Abendgebet ein, das an allen 24 Orten zeitgleich gebetet wurde. „Unsere Kirche ist offen für viele und vieles und gerade deshalb ist es uns wichtig, dass wir mit einem gemeinsamen Gebet beginnen und uns auf Gott besinnen“, so der Bad Camberger Pfarrer Bastian Michailoff. „Wir feiern zusammen Agapemahl“, erklärt Michailoff, als er Brot und Trauben durch die Bankreihen reicht. „Das bedeutet übersetzt 'Liebesmahl‘ und zeigt, dass Gott und das gibt, was wir zum Leben brauchen, nicht nur zum Essen.“

„TNT - I’m dynamite“, hallte es später mit tiefen Bässen aus der Martinskirche. Das Lied der heavy Metal Band AC DC ist eines der „Lieder aus der Stille“, die sich so gar nicht still anhören. Aber genau darum geht es, Schüler mit Hörbehinderungen der Freiherr-von-Schütz-Schule zeigen, wie es klingt, wenn sie Musik machen, trotz oder gerade wegen ihrer akustischen Einschränkung. Wer lieber kreativ werden wollte, der ging in den bald überfüllten Stand vor der Kirche, um mit der Künstlerin Mareike Moskaliuk am Speckstein zu arbeiten. „Schau mal ein Quadrat“, sagt der 6-jährige Max stolz zu seiner Mutter, während die Älteren probierten mit großen Feilen filigrane Muster zu ritzen.

Ins Innere der Orgel steigen

In Steinfischbach machte Organist Hartmut Hörning „seine“ Orgel, für die Kinder und Erwachsenen „greifbar“. „Die Orgel nennt man auch deshalb Königin der Instrumente, weil sie die Tonreihen aller Instrumente überstrahlt“, erklärt er begeistert. Sie spiele tiefer als der Kontrabass und höher als die Piccolo Flöte. Sagte es und gab den Besuchern eine kleine Orgelflöte in die Hand, damit sie daraus einen Ton erzeugen. „Nicht so fest!“, raunte er eine Dame an, die kräftig in die 25 cm lange Pfeife hineinblies. Das gelang den Kindern schon besser. Anschließend zeigte er den Besuchern das Innere der Orgel, mit Pfeifen aus Zink, Zinn und Bleilegierungen sowie den großen hölzernen Basspfeifen. Im Anschluss wanderten die Menschen fröhlich auf den „alten Kirchenwegen entlang“ zur Kirche nach Reichenbach, um dort ihr Programm mit Glockenbesichtigung und Chorgesang fortzusetzen.

Besucher begeistert von Atmosphäre

Wandern von Kirche zu Kirche, das hätte man nur zu gerne in dieser Nacht gemacht. So groß und vielfältig war das Programm. Etliche kamen zum ersten Mal, teils sogar aus Rheinhessen. „Was für eine tolle Gemeinde“, sagte eine Frau aus Taunusstein, als sie zum ersten Mal nach Panrod kam und die Atmosphäre, das Buffet und das Programm genoss. Auch die 12-jährige Sina, die zum ersten Mal an der Nacht der Kirchen teilnimmt, ist begeistert. Sie hat sich gerade „Luther bei die Fische“ vom Reformationspfarrer Fabian Voigt angeschaut. „Toll“, findet auch ihre Freundin Anne.

Herz und Verstand wurden bei den Erzählkonzerten von Pfarrer Fabian Vogt in Panrod und Bechtheim angesprochen. Gleich beim ersten Lied, sangen und klatschen die Besucher mit. „Sie haben wenig falsch gemacht aber auch wenig richtig“, lautet eine Textzeile, die die traditionellen Kirchenmänner beschreibt, die jetzt im etwas drögen Paradies sitzen. Deshalb hat Gott nach Vogts Vorstellung ein zweites Paradies erschaffen, in dem „freche Lieder gesungen werden“ und die Kreativen, die Menschen Fehlern und auch Vogt mit all‘ seinen ihren Freunden hineindarf.
Er ermutigte die Besucher als Christen Dinge auch mal in Frage zu stellen, so wie es Martin Luther getan habe. Die Menschen in den Kirchen sollten sich öfter fragen, ob das, was sie machen, das sei, für das Kirche da ist, das zu tun was, wie Luther es formulierte „Christum treibe“ Also im Sinne von Jesus Christus sei oder schlicht das zu tun, was „den Menschen den Himmel ein Stück näher zu bringen.“ Das was Kirche verkündige, müssten alle Menschen verstehen, forderte der Theologe. Man müsse Grundbegriffe neu erklären, damit die Menschen nicht meinten, dass wenn man von Messias rede, „es sich um jemanden handelt, der sein Zimmer nicht aufräumt.“ Bildung für viele sei eines der großen Errungenschaften der Reformation gewesen. „Luthers Traum war es, die Menschen mit den Themen der Bibel und des Glaubens vertraut zu machen.“

„Geistliches und Kulinarisches verbinden
„Was für eine wunderschöne Kirche“, flüsterte ein älterer Mann seiner Frau zu, als in der Walsdorfer Christuskirche die Kirchenfenster von außen zu, Leuchten gebracht werden. „Dem Himmel ein Stück näher zu kommen“, das war das erklärte Ziel in vielen Kirchen in der Nacht. Sei es bei „Geistliches und Kulinarischem“ in Walsdorf, wo Pfarrerin Katarina Prosenjak-Jenkins anhand von Altartüchern und Wandgemälden biblische Begriffe erklärte, Küster Arnold Werner dazu passende Texte aus der Bibel „uff hessisch“ von der Kanzel herab, vorliest und Ralf Hohl dazu eine Spirituosenverköstigung präsentierte. Dass das Konzept „Kirche mit allen Sinnen zu begreifen“ aufging, das zeigte die ausgelassene und fröhliche Stimmung der bis zu 100 Menschen in der Kirche. „Ich bin zum ersten Mal da und finde es ganz toll“, sagt ein Mann aus Walsdorf. „Es ist ein Kommen und Gehen“, freute sich die Pfarrerin über den guten Zuspruch des „tollen Programms“. „Passend zum Programm bieten wir jetzt mit der Zauberbeere eine Achterbahn der Aromen“, erklärte Ralf Hohl den 60 Teilnehmern, als er zum Bild „Jakob auf der Himmelsleiter“ einen Obstbrand aus Wald-Himbeere, Schlehen und Preiselbeeren ausschenkte. „Ganz weich und sehr viel Frucht“, wusste ein Besucher.

Kerzen-Labyrinthe und Lagerfeuer
Mit neuen frischen und peppigen Liedern brachte Vikar Simba Burgdorf die Besucher der vollbesetzten Bechtheimer Kirche in Schwung. „Freude die von innen kommt“ oder „Etwas in mir zeigt, dass es Dich wirklich gibt“ oder „Du bringst mich zum Lachen“, waren einige der Textpassagen, die auf die Besucher übersprangen.

Die Nacht der Kirchen ist immer auch ein Ort wo die gut 2.500 Besucher Möglichkeiten der inneren Ruhe und Besinnung finden können. Etwa bei den vielen Taizéandachten, beim aus 500 Lichtern gestellten Kerzen-Labyrinth vor der Liebfrauenkirche in Oberauroff, oder dem Stationen-Garten im Bechtheimer Pfarrgarten, wo man an der „Klagemauer“ seine Gebete anheften konnte oder einfach für jemanden eine Kerze anzünden.
Etliche Kirchen hatten auch nach dem Programm einfach geöffnet, so dass Besucher die besondere Atmosphäre der kerzenbeleuchteten Kirchen in der Nacht in sich aufnehmen konnten. Auch in Heidenrod-Laufenselden waren die Besucher im Alter zwischen drei Jahren und 80 Jahren von der Atmosphäre angetan. Gospel und Lagerfeuer, selbstgemachtes Brot und ein meditativer Ausklang in der Katholischen Kirche in Kemel „kam bei den Besuchern sehr gut an“, erzählte Pfarrerin Nikola Züls.

1. Juli 2016 von 18 Uhr - 24 Uhr

1. Nacht der Kirchen im Dekanat Rheingau-Taunus

Am 1. Juli wird zum ersten mal im neuen Dekanat Rheingau-Taunus die Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land - und darüber hinaus gefeiert!
In diesem Jahr machen auch die Taunussteiner Kirchengemeinden Bleidenstadt und Neuhof, sowie die Kirchengemeinden aus Heidenrod-Laufernselden und Kemel bei dem beliebten Event mit.
Gemeinsamer Start ist um 19 Uhr. Wer aber so lange nicht warten kann, der kann schon nach Idstein gehen. Vor und um die Unionskirche wird schon ab 18 Uhr gefeiert!

Sieger des Fotowettbewerbes

Sie stehen fest, die drei bestplatzierten Bilder:
Stefan Hofmann knipste das Siegerbild in der Christuskirche in Niederselters, Anne Schneider hielt das Kerzenlabyrinth in Bechtheim fest und Monika Schüttig bannte einen Moment der Besinnung auf digitalem Fotopapier.


Christuskirche Niederselters - (C) Stefan Hofmann

Kerzenlabyrinth in der Pfarrscheune Bechteim - (c) Anne Schneider

Monika Schüttig - Altar Steinfischbach

Große Gemeinschaft bei 4. Nacht der Kirchen

Quelle: Christian Weise(c)

Renate Kohn und Cornelius Hummel in der hennethaler Kirche

Bustour zeigt Facettenreichtum / Atmosphäre hält Besucher in Atem

[Bad Camberg / Idsteiner Land / Glashütten / Hohenstein; cw; 13.09.2014] Zum ersten Mal bei der „Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land“ gab es einen „Außenprogrammpunkt“. Ein Bus fuhr quer durch das Idsteiner Land und brachte Besucher zu zuvor ausgewählten Programmpunkten. „So ein Programm hätten wir uns nie ausgesucht, aber wir waren neugierig und sind deshalb mitgehfahren, “ sagte ein Niedernhausener Paar. „Ich kenne die Freie Evangelische Gemeinde gar nicht und dachte, da fahre ich doch mal mit“, begründete eine über 80 Jahre alte Dame ihre Teilnahme. Die Besucher kamen aus Taunusstein, Hünstetten und dem Aarbergener Land. Diakon Christian Weise begleitete die kleine Schar, die ein sehr kontrastreiches Programm geboten bekam. „Die Tour zeigt, wie vielseitig und facettenreich die Angebote bei der Kirche sind“, erklärt Christian Weise.
Start war in Bechtheim, wo gut gefüllte Kirche mit dem gemeinsamen Abendgebet begann, das zeitgleich in allen 20 Veranstaltungsorten startete. Der eigens für diese Nacht gegründete Projektchor sang unter der Leitung von Viola Förster ein Potpourri an Liedern. „Vier Länder in vier Liedern“ hätte der Titel des Programms heißen können, denn der Chor sang auf Deutsch, Englisch und Französisch und am Ende sogar ein Lied aus Südtirol, wo er eine kleine Jodelpassage zu singen hatte. Eindrucksvoll, denn der knapp 30-köpfige Chor hatte nur viermal proben können.

 

„Gospelmagic“ und der Erlkönig

Quelle: Christian Weise (c)

Matthias Drechsel lässt geldscheine schweben

Zauberer und Illusionist Matthias Drechsel verzaubert in der Niedernhausener Christuskirche im wahrsten Sinne des Wortes seine Besucher. Geldscheine verschwanden und tauchten plötzlich in einer verschlossenen Apfelsine auf. Sektflaschen, eben noch in einer Papiertüte sichtbar, lösten sich scheinbar in Luft auf. Zwischendurch erzählte der Künstler, anhand seiner Tricks, was es mit dem christlichen Glauben auf sich hat. „Gospelmagic“ nennt er diese Art der Show. Anhand eines Holzpuzzles, das magnetisch an einer Staffelei befestigt war, erzählte er von seinen Hobbys und Dingen, die ihm wichtig im Leben sind und schob die Teile auf der Tafel hin und her. Alles müsse in seinen (Holz)Rahmen passen. Wie da etwas Neues hineinpasste, kaum denkbar! Dennoch klappte es, dass ein weiteres Quadrat im Puzzle Platz fand. „Und wenn Gott das Leben ordnet, dann ist auch Platz für ihn“, erklärt Drechsel. Und schaffte es prompt, ein weiteres großes Rechteck in das Puzzle zu integrieren das immer noch in den Rahmen passt.
Kontrastprogramm in Hennethal, wo die Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche auf die Busfahrer warteten und Ute Poths sie herzlich empfängt. Dann lässt Cellist Cornelius Hummel die Kirche vibrieren und schafft es seinerseits die Besucher in seinen Bann zu locken. Renate Kohn spricht dazu „Literarische Nachtgedanken“. Eine Stecknadel hätte man fallen hören können. „Das ist eine Stimme in die man sich reinlegen kann“, schwärmte eine Besucherin. Jeder Text wurde in der kerzenerleuchtenden Kirche zum Genuss. Atemlos lauschen die Zuhörer bis zum Schluss, als Renate Kohn „Der Mond ist aufgegangen“ rezitierte. Ihr gelang es auch, bekannte Stücke so vorzutragen, dass man das Gedicht ganz neu für sich entdeckte. „So haben wir den Erlkönig nicht in der Schule gelernt“, staunte ein Besucher, als Kohn die berühmte Ballade von Goethe vortrug.

Gastfreundschaft als Kennzeichen der Nacht der Kirchen
Ein Kennzeichen der Idsteiner „Nacht der Kirchen“ ist die große herzliche Gastfreundschaft in den Kirchengemeinden. Toll angestrahlte Kirchen mit wechselnden Farben, die Besucher werden freundlich begrüßt, Kerzen und Lichter überall. „Das macht diese einmalige Atmosphäre aus“, findet Christian Weise. Getränke und kulinarische Leckereien in kreativer Vielfalt locken zum Verweilen. Da steckt viel Liebe und Herz drin und es ist zu erkennen, dass sich die Organisatoren viele Gedanken bis ins letzte Detail gemacht haben.
Diese Gastfreundschaft ist ein Sinnbild für die Freundlichkeit Gottes und in Zeiten von Krieg und Flüchtlingsströmen sicherlich mehr als eine symbolische Geste.
Da konnte auch das nasskalte Wetter die Stimmung kaum trüben. In vielen Gemeinden waren die Kirchen gut gefüllt, wenn nicht überfüllt. „Wir hatten vor der kleinen Hennethaler Kirche ein Buffet für über 80 Menschen aufgebaut“, erzählt Kirchenvorsteher Achim Alberti aus Panrod. „Innerhalb weniger Minuten war es komplett leergefegt.“

Spontan-Posaunenchor zaubert Strahlen auf Gesicht der Besucher
Ein weiteres Novum, neben der Bustour, bei der Nacht der Kirchen war ein „Spontan-Posaunenchor“ unter der Leitung des Idsteiners Posaunenchorleiters Walter Kamm. Die acht Mann starke Truppe reiste spontan von Kirche zu Kirche und erfreute die Besucher mit überraschender Posaunenchormusik. In Bechtheim strömten die Sängerinnen und Sänger des Projektchores gerade aus der Kirche als die Trompeten, die Tuba und Posaunen aufspielten. „Ach wie herrlich“, sagte eine Sängerin spontan. „Wie an Weihnachten“, freute sich eine andere. Walter Kamm und seine zusammengewürfelte Truppe aus den Posaunenchören Idstein und Niedernhausen zog weiter und überraschte auch die Besucher in Idstein, Esch und in der freien Gemeinde Wörsdorf (FEG). Auch in der FEG gab es strahlende Gesichter. „Damit haben wir gar nicht gerechnet“, sagte Anna Thiemann sichtlich erfreut. „Das ist nur ein Beispiel für die große und gute Gemeinschaft der verschiedenen christlichen Konfessionen in der Region die durch die „Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land“ verstärkt wird“, bemerkte Dekan Oliver Albrecht. Im Anschluss an Lieder wie „Abide with me“ spielte in der kleinen freien Evangelischen Gemeinde eine dreiköpfige Band Lieder zum Lobpreis Gottes. Keyboarderin Eva stockte kurz und sagte dann: „Danke noch mal für die Bläsermusik, das war schön. Ich habe leider keinen anderen Übergang. Aber so ist es bei der Nacht der Kirchen und in Gottes Gemeinde: da ist so eine Mischung möglich!“
Müde aber glücklich stiegen weit nach Mitternacht die Reisenden aus dem Bus. „Nächste Mal bin ich wieder dabei“, sagt die Mitfahrerin aus Wörsdorf. „Gut, dass es das gegeben hat.“ Die Chance herum zu kommen und die vielen verschiedenen und jede auf ihre Weise beeindruckenden Angebote mitzuerleben, hat die Menschen begeistert und den Horizont erweitert.

 

Den "Zauber der Atmosphäre" festhalten

Evangelische Kirche Bechtheim, Alte Ortsstraße, 65510 Hünstetten-Bechtheim

Fotowettbewerb zur 4. Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land
Wenn am 12. September die „4. Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land“ beginnt, dann ist das auch ein Ereignis, das viele wunderbare Momente für das Auge bietet. Aus diesem Grund wird zum ersten Mal ein Fotowettbewerb zur der Nacht der Kirchen ausgeschrieben. „Menschen, Lichter, Impressionen“ unter diesem Titel sind alle Besucher und Hobbyfotografen aufgerufen ihren persönlichen „Zauber der Atmosphäre“ an dem Abend fotografisch einzufangen und dem Organisationsteam zu zu senden.
Eine Jury wird die Bilder bewerten und „vielleicht entsteht daraus ja einen Kalender 2015“ oder eine Tonbildschau für die 5. Nacht der Kirchen“, so Christian Weise. “Bilder von illuminierten Kirchen, kleine Details, die man sonst übersieht, Menschen im Gespräch, beim Lachen oder Staunen, besondere Momente, all‘ das nehmen wir gerne an.“
Bis zum 20. September sind Besucher aufgerufen ihre Bilder an foto @ kirchennacht.net zusenden. Den drei Bildern, die der Jury am besten gefallen, winkt ein Preis: Ein Abendessen zu zweit, zwei Eintrittskarten für ein Konzert sowie eine Kerze mit einer Flasche Wein.

 

12. September 2014

Über 100 Angebote in einer Nacht: Promitalks, Zaubershow, jüdischer Humor, Lesungen und viel Musik von Harfe bis Gospel

[Bad Camberg / Idsteiner Land / Glashütten / Hohenstein; 22.08.2014; cw] Am 12. September öffnen zum vierten Mal 20 Kirchen in und um das Idsteiner Land ihre Türen für die „Nacht der Kirchen.“ Über 100 Angebote stellen sicher, dass von 19 Uhr bis Mitternacht auch für jeden etwas dabei sein wird. Ob Talks mit Prominenten, jüdischer Humor, Lesungen, Zauberei für Kinder und Erwachsene, Kino in der Kirche oder unterschiedlichste Konzerte von Harfe über Gitarre, von Orgel bis hin zu Trommeln und fetziger Chormusik – langweilig wird es in dieser Nacht nie.
Wer lieber die Ruhe und Stille mag, wird hier genauso fündig, wie diejenigen, die es in dieser Nacht gerne lauter mögen. Man kann einfach genießen und konsumieren oder selbst aktiv werden. Ein wahrer Publikumsmagnet sind die Turmbesteigungen und Kirchenführungen. In manchen Kirchen kann man nur zu diesem Ereignis die alten Türme besteigen oder selbst mal die Glocken läuten.
Hinzu kommt die schon oft gerühmte Gastfreundlichkeit der vielen Dorfkirchen. Die kulinarischen Leckerbissen aber vor allem die bezaubernden Illuminationen mit beleuchteten Kirchen, kerzendurchfluteten Aufgängen oder anderen Lichtinstallationen machen den Charakter dieser regionalen „Nacht der Kirchen“ aus.

400 Ehrenamtliche im Einsatz
Etwas Vergleichbares wie die „Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land“ auf 500 km² findet man kaum noch in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Bis zu 400 Ehrenamtliche sind mit den Pfarrern und Pfarrerinnen, Küsterinnen und anderen Helfern schon Monate zuvor in der Planung und im Einsatz. Zu den letzten Nächten der Kirchen kamen jeweils mehrere Tausend Besucher.

Zum ersten Mal dabei: mobiler Programmpunkt mit Dekan Albrecht und Freie Evangelische Gemeinde Idstein
Die ökumenische Gemeinschaft bei dem alle zwei Jahre stattfindendem Ereignis wird immer breiter. Zum ersten Mal nimmt, neben den Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinden in der Region, auch die Freie Evangelische Gemeinde Idstein-Wörsdorf an dem Event teil.

Neu ist auch ein „mobiler Veranstaltungsort“. Dekan Oliver Albrecht begleitet Besucher in einen Omnibus und bietet dort ein kleines Rahmenprogramm an. Der Bus wird in der Nacht an ausgewählten Stationen halten und verschiedene Programmpunkte besuchen.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Unterstützt wird die Nacht der Kirchen von der ekhn-Stiftung und der Naspa. Das ausführliche Programm sowie alle weiteren Informationen findet man im Internet unter www.kirchennacht.net. Die Broschüren selbst sind ab 28. August in allen Gemeindebüros, Pfarrämtern, dem Haus der Kirche und Diakonie, bei den Filialen der Naspa erhältlich.D+

 

Impressionen von der Nacht der Kirchen

Nacht der 1000 Lichter - 24.8.2013

Kerzen und Lichter wohin das Auge blickt. Schon allein aus diesem Grund lohnt sich der Streifzug von Kirche zu Kirche bei der „3. Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land“. In unermüdlicher Kleinstarbeit wurden ganze Wege, Treppenaufgänge und Kerzenlabyrinthe gestellt. Zum Teil sogar mit bunten Lichtern. Die Pilgern laufen nur mit Fackeln durch die Dunkelheit singend von Kirche zu Kirche. In den Gotteshäusern flackern die Kerzen in den Gängen auf Fenstersimsen und sogar auf den Bänken. „Die sieht doch hier keiner“, meint die 11jährige Anna, die in Esch die Lichter im Treppenaufgang aufstellt. Doch dann wird es dunkel und das Licht scheint durch die große Fensterfront sogar nach draußen und alle Zweifel sind weggeblasen. Zahlreiche Kirche werden von großen und bunten Scheinwerfern in ein ganz neues Licht getaucht. Tage zuvor haben die Aufbauarbeiten hierfür begonnen. Ein Aufwand, der sich auf jeden Fall gelohnt hat. Es ist dieses stimmungsvolle Licht, dass die einzigartige Atmosphäre ausmacht bei der Nacht der Kirchen. Liebevolle Dekoration innen und außen, das Gefühl, willkommen zu sein und dass sich die Menschen auf einen freuen, wenn man kommt und da ist. Das ist typisch dieser in der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau (EKHN) fast einmaligen regionalen Nacht der Kirchen.

 

Erste Zugabe schon vor dem Nachtgebet

In Heftrich ist es noch früh am Abend, hier wird die Illumination erst später beeindrucken können. Aber bereits vor dem Abendgebet ist die schon Kirche voll, die hineinströmenden Besucher finden kaum noch einen Platz. Draußen spielt die Band Abenjady afrikanische Trommeln. Der Rhythmus überträgt sich bis in die Kirche, unter den Füßen kribbelt es. Als die Trommler dann in den Kirchenraum einziehen, bebt das ganze Gotteshaus. Abenjady muss bereits vor dem Abendgebet die erste Zugabe geben. Danach läuten die Glocken im ganzen Idsteiner Land, als Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft. Mit einem gemeinsamen Abendgebet beginnt die 3. Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land.
Auch in Walsdorf gibt es gleich zu Beginn nur noch ein paar Plätze auf der Empore. Die 8 jährige Anne und die 9 jährige Sina quetschen sich nach vorne und stehen auf Zehenspitzen um über die Brüstung schauen zu können. Das Kindermusical „Mönsch Martin“ wird hier gleich aufgeführt. „Der Martin hat ganz toll gespielt“, lobt Anne das Stück. Und der 12 jährige Ian stimmt Sina zu, dass die Kinder die Geschichte des Reformators sehr gut dargestellt hätten, „so dass man es gut verstehen konnte.“ In Esch dagegen sitzt nur eine Person im Gottesraum. Aber das ist so gewollt. „10 Minuten Kirche ganz für mich alleine“ heißt der Programmpunkt, der gerade dran ist. Die Kirche mal ganz für sich alleine zu haben, das ist die Idee. Draußen stehen Besucher und unterhalten sich rege – über Glaube und Unglaube, über Gott und die Welt. In der kleinen Kirche in Oberrod sitzen etwa fünfzehn Besucher und schauen den Film „Glauben ist alles“. Eine Komödie über einen katholischen Priester und einen jüdischen Rabbi, die sich beide in die gleiche Frau verlieben. Das passt einfach, der Film zum Ort, der Ort und die Atmosphäre.

 

Mit Luther durch die Nacht der Kirchen

Über den Reformator kann man in dieser Nacht so einiges erfahren. Die Evangelische Kirche feiert in diesem Jahr das „Jahr der Kirchenmusik“. Und Luther gehört zu den großen Dichtern, die das Kirchenlied und das Gesangbuch quasi als solches eingeführt haben. Dekanatskantor Carsten Koch und Pfarrerin Stefanie Glaser haben eigens für die Nacht der Kirchen ein Kirchenmusikmodul erstellt. In 45 Minuten erlebt man musikalisch, auch Lieder von Luther und hört, wie es dem Reformator ergangen ist, in seinem Leben. Eines seiner berühmtesten Lieder „Ein Fest Burg ist unser Gott“ beschreibt demnach auch, dass die Wartburg Luther in schwierigen Zeiten Schutz bot. Die Feinde konnte man schon von Weitem sehen und gegebenenfalls die Zugbrücke hochziehen. Im echten Leben habe man keine Garantie für Schutz, selbst bei Freunden oder der Familie nicht. Nur Gott allein biete einem verlässlichen Schutz, so Stefanie Glaser. „Er verlässt uns nie und hält über mich seine Hand, die mich schützt“.lÈÌ¡

 

beliebte Turmführungen

Ein „Renner“ in der Nacht der Kirchen sind immer die Turmführungen. Hoch durch verstaubte und oft enge Wendeltreppen geht es hinauf. In kleinen Grüppchen zwängen sich die Besucher nach oben. Nicht immer ist es ein Ausblick der belohnt. In Steinfischbach etwa ist es der Einblick und die Geschichten drum herum. Über Fledermäuse und Eulen und abenteuerliche Konstruktionen, als man früher die Glocken noch per hand läuten musste. Gotthard Vogel erzählt, dass er ab und an mal nach dem rechten sehen müsse, etwa wenn Nieten locker geworden sind. Über ihm türmen sich drei große Glocken und flössen den Besuchern Respekt ein. „Hoffentlich fangen die nicht gleich an zu läuten“, sagt eine Besucherin. Das tun sie nämlich ganz leise und heimlich ohne, dass man es merke, weiß Gotthard Vogel. „Das wird dann ganz schön laut“. Und eng. Wenn er mal ganz noch oben muss, dann muss er sich eine senkrecht nach oben ragende Leiter hoch quälen. Ganz oben muss man dann über einen Balken steigen, etwa wenn der NABU seine Eulenbeobachtung durchführen möchte. Man. Einen Rückenschutz gibt es wegen der Enge nicht. „Entweder Glocke oder Rückenschutz“, sagt er schmunzelnd. Die Eule, die den Turm als Nest auserkoren hatte, gibt es indes nicht mehr. Und in St. Thomas in Esch lädt derweil die Glocke zum nächsten Programmpunkt – von Hand geläutet.

 

kulinarische Leckerbissen

In Reichenbach und Steinfischbach strömen die Besucher gerade aus der Kirche und auf die heißen Würstchen zu. An der B 417 laufen die Pilger durch die Dunkelheit in den Innenhof der Hühnerkirche und stärken sich mit Handkäs’ und selbstgekelterten Apfelwein des historischen Vereins. Besucher essen Brezeln in den Kirchen, Getränke werden nicht nur beim Kino herumgereicht – auch typisch für die Nacht der Kirchen. Nicht nur die Seele bekommt hier Nahrung, sondern auch der Leib. Am Ende des Abends sind die kreativen Buffets leergefegt, pñœ

 

Projektchor für eine Nacht

Man hat schon ein bisschen das Gefühl, dass die Kirchenmauern beben, als der etwa 40köpfige Projektchor in der kleinen Panröder Kirche das Lied „Der Tag, mein Gott ist nun vergangen“ zu singen beginnt. Dieser Chor sei die „Erfolgsstory der Nacht der Kirchen“, so Pfarrerin Birgit Hamrich. Chorleiter Markus Specht hatte sich auf das Experiment eingelassen und extra für die Nacht der Kirchen einen Projektchor gegründet. Dem Zeitungsaufruf folgten viele. Viel mehr, als man gehofft habe. Er ist ein gemeinsames Projekt der Kirchengemeinden Bechtheim, Beuerbach, Ketternschwalbach, Panrod und Hennethal. Aber es sind Menschen aus mindestens 10 Ortschaften zusammen gekommen. Zum Singen. Und das ihnen das Spaß macht und eine Herzensangelegenheit ist, das konnte man schon in Bechtheim hören und spüren, wo der Chor zum Abendgebet das erste Mal sang. Hamrich erzählt, dass sie nur einmal bei der Chorprobe dabei sein konnte „aber ich ging dermaßen erfüllt aus dieser Probe“, staunt die Pfarrerin. Der Kirchenraum in Panrod ist auch erfüllt - vom Gesang, von Liedern wie „Abendstille überall“ oder „Zwischen Himmel und Erde“. Und ebenso die Besucher in der vollkommen überfüllten Kirche. Die nicht genug bekommen wollen, von diesem wahrlich einmaligen Erlebnis.

 

Erschöpft aber glücklich

Die Nacht zum Tag gemacht, das haben 19 Kirchengemeinden in und um das Idsteiner Land. „Es ist alles gut gegangen und wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen. Zum Schluss lagen sich Mitarbeitenden erschöpft, zufrieden aber glücklich in den Armen“, freut sich die Walsdorfer Pfarrerin Helge Ingrid Stöfen. Auch an anderen Orten steht man nach dem gemeinsamen Nachtgebet „selig und sentimental“ zusammen, so eine der etwa 350 Ehrenamtlichen. Die Stimmung bei der Nacht der Kirchen, hier in der Region hat etwas Befreiendes, Fröhliches und Ausgelassenes an sich, da sind sich viele einig. Die Menschen wirken gelöst und einfach nur glücklich. Die Gästebücher sind voll von positiven Gefühlen. „Eine ganz andere Kirche heute Abend“, sagt eine Besucherin zu ihrer Freundin. Es wird viel gelacht und gefeiert. Da stört es kaum, wenn drinnen literarische Lesungen und Musik erklingen und man von draußen fröhliche Stimmen hört. Es findet sich auf Anhieb eine Gemeinschaft, egal, ob man langjähriges Gemeindeglied ist oder nur mal kurz vorbeischauen wollte. „Die Nacht der Kirchen bietet die Chance, Kirche vielleicht unbeschwerter zu erleben“, so Pfarrer Markus Eisele. Vielleicht wird sie dadurch auch zu einer „festen Burg“, so wie Martin Luther es in seinem Kirchenlied gedichtet hat. Y'

 

3. Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land

"Gottes Freundlichkeit spüren" - 3. Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land

Kirchenführungen, Turmbesteigungen, Lesungen, Meditationen, Talks mit prominenten Gästen, sowie viele musikalische Angebote mit Gospel, Klassik, Instrumentalmusik, Chorgesang bis hin zu Kindermusicals sind im Programm der "Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land" zu finden. In diesem Jahr zeichnet sich zudem ein Schwerpunkt bei den cineastischen Angeboten ab: "Kino in der Kirche" versprüht ein besonderes Flair und schafft eine ganz neue Atmosphäre, die von vielen Besuchern bei den letzten Nächten der Kirche sehr geschätzt wurde. Darauf haben etliche Kirchengemeinden gerne reagiert. Ab 19.00 Uhr bis Mitternacht bieten 19 Kirchengemeinden knapp 100 Angebote an. Der Eintritt ist überall frei.

"Die Nacht der Kirchen findet nun bereits zum dritten Mal statt", freut sich Dekanin Heinke Geiter. Es ist in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) schon etwas Besonderes, dass ein ländlich geprägtes Dekanat so ein gemeinsames Event an einem Abend mit dieser Angebotsdichte veranstaltet“, betont Heinke Geiter. Eine Zeitung brachte es 2010 auf den Punkt: Bei der Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land habe man "Gottes Freundlichkeit spüren können". Bei den letzten Nächten der Kirchen waren zum Teil 1000 Menschen zeitgleich unterwegs. Insgesamt besuchten etwa 2500 bis 3000 Menschen die Nacht der Kirchen.

Unterstützt wird die Nacht der Kirchen von der vr bank untertaunus und der EKHN Stiftung!





 

"Eine wunderschöne Kirche" schrieb eine der vielen Besucher ins Gästebuch



Kerzenlabyrinth in Bechtheim



„Dein ist der Tag und Dein ist die Nacht...“

(Psalm 74,16)
Die Nacht ist eine besondere Zeit.
Für die einen dunkel und geheimnisvoll – ein Raum für Ruhe und Spiritualität.
Für andere eine Zeit für Abenteuer und Erlebnis.

Beides können Sie erfahren, wenn in der „Nacht der Kirchen“ die Türen vieler Gotteshäuser von Bad Camberg bis Niedernhausen, von Hünstetten bis Waldems für Sie offen stehen.
Von 19 bis 24 Uhr werden die Evangelischen und Katholischen Kirchen als Orte der Spiritualität und des Glaubens, als Orte des Lebens und der Begegnung erlebbar.

Kirche zeigte sich in all ihrer Vielfalt.
Geboten wird etwas für alle Sinne, für Leib und Seele.
Gehen Sie auf Entdeckungsreise und halten inne.
Lassen Sie sich überraschen, verzaubern und verwandeln.

Wir freuen uns auf Sie!

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